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Im Schlaf durch die OP

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Wenn das Kind mithilfe einer Maske einschläft, sollte es wissen: Das Narkosegas stinkt – bitte nicht erschrecken! Wird die Narkose über die Infusionsnadel eingeleitet, muss vorher medizinischer Sauerstoff eingeatmet werden. Auch der kann wegen der Apparatur etwas seltsam riechen. Man sollte Kindern schon vorher den Rat geben, sich auf etwas Angenehmes zu konzentrieren. „Um in der Narkose etwas Schönes zu träumen, sollten sie sich schon vorher einen Traum aussuchen. Denn das Einschlafen geht so schnell, dass sie gar nicht mehr dazu kommen“, sagt Lilian Rempt. Natürlich wird Kindern und Eltern versichert, dass immer jemand aufpasst, während sie schlafen. „Kinder-Narkosen werden immer von erfahrenen Anästhesisten gemacht“, erklärt Lilian Rempt. Sie achten darauf, dass die Kinder tief genug schlafen, dass der Beatmungsschlauch im Mund bleibt und dass das Herz-Kreislauf-System stabil ist. Viele Eltern sind aufgeregt, wenn sie nicht sofort zu ihrem Kind in den Aufwachraum gehen können. „Aber wir lassen uns Zeit damit, das Kind langsam aufwachen zu lassen“, sagt Lilian Rempt.

Clown und Gameboy beruhigen

Erst wenn das Kind nach dem Eingriff ganz wach ist, dürfen es die Eltern wieder in die Arme schließen. Nicht ganz einfach für sie – aber besser fürs Kind. „Haben die Eltern Angst, merkt ihr Kind das, auch wenn sie es überspielen“, sagt Dr. Gerhard Lorenz. Und Kinderarzt Dr. Folkert Fehr aus Sinsheim verweist auf neuseeländische Studien, die gezeigt haben, dass sich die Anwesenheit der Eltern nur dann günstig auf den Gemütszustand der Kinder auswirkt, wenn sie selbst ruhig sind. Gleichzeitig fand man heraus, dass Klinikclowns, Spielen auf dem Gameboy oder eine reizarme, ruhige Umgebung dem Kind am besten ermöglichen, sich zu entspannen.

Bei einem sehr ängstlichen Kind kann vor dem Eingriff ein Medikament gegeben werden, das beruhigt und schläfrig macht. Eltern hingegen hilft es vor allem, sich ausreichend informiert zu fühlen. Die eigene Suche in Internet-Foren wirkt allerdings oft eher verunsichernd. Eine bessere Gelegenheit, Fragen loszuwerden, ist das Vorgespräch, das jeder Narkosebehandlung vorausgeht. Dabei informiert sich auch der Narkosearzt: wie die Vorsorge-Untersuchungen waren, ob das Kind schon einmal ernsthaft krank war, wann die letzte Impfung stattgefunden hat (sie sollte einige Tage zurückliegen). Außerdem fragt der Arzt nach Muskelerkrankungen in der Familie und ob das Kind gerade erkältet ist. „Bei Fieber oder Halsentzündung sollte die Operation ein, zwei Wochen verschoben werden, da sonst das Risiko für Komplikationen erhöht ist“, erklärt Lilian Rempt. Ebenfalls wichtig: Das Kind muss nüchtern zur Narkose erscheinen. Sechs Stunden vor der Operation darf es keine feste Nahrung zu sich nehmen, bis zwei Stunden vorher kann es Wasser oder ungesüßten Tee trinken. „Während der Narkose erschlafft der Muskel, der den Magen verschließt, und Essen kann in die Lunge gelangen. Das kann eine schwere Lungenentzündung hervorrufen, die auf der Intensivstation behandelt werden muss“, sagt die Narkoseärztin.


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