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Im Schlaf durch die OP

Auch bei kleinen Patienten ist manchmal eine Vollnarkose notwendig. Was Eltern und Kinder über den Ablauf wissen sollten, um sich gut darauf vorzubereiten

Eine Operation – das klingt oft schlimmer, als es ist. Bei Kindern handelt es sich häufig um Routineeingriffe, die sogar ambulant durchgeführt werden können: Da müssen etwa die Mandeln raus, eine kieferchirurgische Korrektur steht an oder eine verschluckte Münze steckt im Hals fest und muss entfernt werden. Oft ist das eine Sache von 15 bis 30 Minuten. Aber: All das ist nur unter Vollnarkose möglich. Und vor dieser hat mancher oft mehr Angst als vor der OP selbst. Lebensbedrohliche Komplikationen sind äußerst selten.

„Aber häufig fragen mich Eltern: ,Da kann doch nichts passieren, oder?‘“, erzählt der Karlsruher Anästhesist Dr. Gerhard Lorenz. „Und dann muss ich ihnen klar sagen: ,Doch, es kann immer etwas passieren, auch wenn Narkosen in Deutschland sehr sicher sind.‘“ So ist es zum Beispiel üblich, eine Infusionskanüle am Arm zu legen – um die Narkosemedikamente zu spritzen, aber auch, um bei Komplikationen sofort reagieren zu können.

Kinder sollten wissen, was passiert

Gut behandelbar ist so zum Beispiel ein Stimmritzenkrampf, bei dem sich der Eingang zur Luftröhre so zusammenzieht, dass der Patient nicht genug Sauerstoff bekommt. „Über die Infusionsnadel kann schnell ein Medikament gegeben werden, das die Muskulatur lockert“, erklärt Dr. Lilian Rempt, Assistenzärztin der Anästhesie am Schwarzwald-Baar Klinikum in Villingen-Schwenningen.

Dazu sei es aber eben wichtig, dass sich das Kind eine Infusionsnadel legen lässt. „Die meisten Kinder machen das problemlos mit“, so Lilian Rempt. Hilfreich dabei sei, dass die Kinder wissen, was auf sie zukommt, sagt die Ärztin: „Manche Eltern wollen das Vorgespräch ohne ihr Kind machen, es ist aber wichtig, dass es dabei ist. Nicht nur, weil ich das Kind auch untersuchen und beurteilen muss.“ Es sei außerdem eine Gelegenheit, bei der erfahrene Ärzte kindgerecht erklärten, wie die Anästhesie ablaufen wird. Zum Beispiel so: „Die Anästhesisten sehen dann komisch aus – mit Mütze und Maske. Im OP gibt es viele Apparate: beim EKG kann man den Herzschlag sehen und ein rotes Licht am Finger misst den Sauerstoff im Blut. Bevor es in den OP geht, bekommen die Kinder ein Zauberpflaster auf die Hand – eine örtliche Betäubung, damit das Legen der Infusionsnadel nicht wehtut. Anschließend setzen wir dem Kind eine Maske auf das Gesicht, die so aussieht wie von einem Düsenjägerpiloten, aus der echter Sauerstoff kommt. Das finden Kinder sehr spannend“, sagt die Ärztin.


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