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Stark gegen Pollen & Co.

Tierhaare, Blütenstaub, Pilzsporen, Hausstaub: Vieles kann Allergien auslösen. Warum das so ist – und was dann hilft

Unser Immunsystem ist großartig. Es kann Keime, die in unseren Körper eindringen und ihn bedrohen, erkennen und unschädlich machen. Aber manchmal spielt diese natürliche Abwehr verrückt: Sie wehrt sich gegen völlig harmlose Stoffe, die der Körper aufnimmt. Zum Beispiel gegen Pollen, Hausstaub, Nahrungsmittel oder Insektengift. Die Folge sind gerötete Augen, juckende Haut, Atemwegsreizungen – Allergien eben. In Deutschland leidet fast jeder vierte Mensch an einer allergischen Erkrankung, bei Kindern und Jugendlichen ist es jeder fünfte. Doch was sind die Ursachen? Prof. Erika von Mutius vom Dr. von Haunerschen Kinderspital in München wertet zurzeit eine europaweite Studie dazu aus, das Gabriel-Projekt. „Was wir bisher bestätigen können: Kinder, die auf dem Bauernhof aufwachsen, haben nur die Hälfte der Allergien, die andere Kinder haben“, sagt die Expertin.

Dafür wird vor allem der Kontakt mit einem bestimmten Bestandteil von Bakterien verantwortlich gemacht, erklärt Anja Schwalfenberg vom Deutschen Allergie und Asthmabund (DAAB). Entscheidend ist für einen Schutz vor Allergien allerdings: Die Kinder müssen regelmäßigen Kontakt mit Nutztieren haben. Es reicht aber schon, wenn Kinder oft beim benachbarten Bauernhof zu Besuch sind. Wer im Kleinkindalter viele Infektionen durchgemacht hat, hat von vornherein ein stärkeres Immunsystem.

„Kinder, die früh in die Kinderkrippe gehen, sind besser vor Allergien geschützt“, erklärt Kinderärztin und Allergologin Erika von Mutius. Aber auch eine lange Stillzeit von etwa sechs Monaten ohne Beikost schützt vor Allergien, genauso eine rauchfreie Wohnung. Behandeln kann man eine Allergie mit einer Hyposensibilisierung ab einem Alter von sechs Jahren. Auch die Gene spielen eine Rolle. So liegt das Risiko, dass ein Kind eine Allergie entwickelt, laut DAAB bei 60 bis 80 Prozent, wenn beide Elternteile unter der gleichen Erkrankung leiden. Ohne familiäre Vorbelastung liegt das Risiko nur bei etwa 15 Prozent.


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